So bleibst Du jetzt gesund – mit Kohärenzsinn durch Corona

So bleibst Du jetzt gesund – mit Kohärenzsinn durch Corona

In diesem Artikel beschreibe ich Dir, wie Du Deinen Kohärenzsinn in Zeiten der Krise schärfen kannst. Wie kann es Dir gelingen, Dich gesünder, zuversichtlicher und verbundener zu fühlen?

“The sense of coherence” von Aaron Antonovsky

Wenn wir Kohärenz erleben, sind wir in großer Übereinstimmung mit unserem Leben. Wir sind zufrieden (bisweilen sogar glücklich), kreativ, sehen Möglichkeiten und Lösungen. Kurz: Wir stehen gut und stark im Leben. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, ob das auch in Corona Zeiten gilt.

Aaron Antonovsky hat den Begriff des Kohärenzsinns in seiner Wissenschaft zur Salutogenese (Wie wird gesund bleiben), als Gegenentwurf zur Pathogenese (Was macht uns krank) entwickelt. Und das GERADE in Krisen. Denn die Geburtsstunde seiner Erkenntnisse war die Arbeit mit Holocaust Überlebenden. Die Kohärenz ist das, was er zusammengefasst von ihnen gehört hat: Was hat Ihnen geholfen, um nicht unterzugehen? Wie haben sie sich einen gesunden, unverwundbaren Kern bewahren können?

Das Kohärenzgefühl besteht aus drei Zutaten: aus der Verstehbarkeit, der Sinnhaftigkeit und der Bewältigbarkeit.

Wo stehst Du auf einer Skala von 0-10?

Bevor ich Dir die drei Zutaten vorstelle, bitte ich Dich einzuschätzen, wo Du momentan stehst. Dadurch kannst Du für Dich prüfen, in welchen Bereichen Du bereits gut aufgestellt bist und wo Du noch Luft nach oben hast. Bist Du neugierig geworden? Dann mach einfach mal mit und schaue, was passiert! (Ansonsten überspringe diesen Abschnitt).

Corona

Wie würdest Du momentan, aus dem Bauch heraus, Deine Verstehbarkeit, deine Sinnhaftigkeit und deine Bewältigbarkeit auf einer Skala von 0-10 (wobei 0 bedeutet, dass Du gar keine hast und 10 in bester Ausprägung) bewerten? Male Dir am besten drei Skalen auf und den Punkt, an dem Du Dich jetzt befindest. Wenn Du mit den Begriffen noch nichts anfangen kannst, dann lies erst den Abschnitt dazu durch. Prüfe nach jedem Abschnitt, ob Dich ein Gedanke oder ein Impuls im Verlauf meines Beitrags, mehr nach oben Richtung 10 gebracht hat. (Perfektionisten aufgepasst: Die 10 muss nicht zwangsläufig erreicht werden, um sich besser zu fühlen!!!).

Los geht´s mit der Verstehbarkeit

Wir haben ein natürliches Bedürfnis Situationen einordnen, verstehen, begreifen zu wollen.
Was geschieht gerade? Wie konnte das passieren? Wie hat sich das entwickelt? Was bedeutet das jetzt für mich?

Damit versuchen wir die Geschehnisse in plausible und nachvollziehbare Zusammenhänge zu stellen. Frage dich:
Was hilft mir jetzt im Großen (Was möchte ich zu Corona wissen? Was kann ich noch nicht einordnen?), wie im Kleinen (Wie verändert Corona gerade mein Leben?) zu verstehen?

Das ist ein Prozess, den gerade viele Menschen durchlaufen. Mir ist es auch so gegangen. Überhaupt erstmal einzuschätzen, was Corona ist. Ist der Virus für mich gefährlich? Ist es wirklich sinnvoll und wichtig zu Hause zu bleiben? Wie lange wird das jetzt noch so weitergehen? Wie verändert Corona unsere Welt? Was ist an dem Virus anders als an anderen?

Was geht Dir durch den Kopf? Nimm Dir etwas zum Schreiben und notieren DEINE Fragen.

Gerade werden viele Antworten gegeben. Das Netz scheint davon förmlich überzuquillen. Erschwerend kommt hinzu, dass es – auch unter Wissenschaftlern – ganz unterschiedliche Einschätzungen zu Corona gibt. Welcher Quelle vertrauen und welcher nicht? Ich kann Dir dringend raten Dich bei offiziellen und/oder wissenschaftlichen Anlaufstellen zu informieren. Es geistern viele Fake-News und Verschwörungstheorien herum. Das nährt die Phantasie in die falsche Richtung. Höre möglichst oft in Dich selbst hinein. Nicht in Deine Angst, sondern in einen guten erwachsenen und fürsorglichen Teil. Was glaubst der, was sich stimmig anfühlt? Ich habe meine Informationszeit drastisch gekürzt. Damit geht es mir viel besser! Ich habe verstanden, dass mir mehr Informationen nicht mehr Sicherheit geben.

Das ist das Große, uns umspannende, was uns gerade in Atem hält.

Aber auch in unserem kleinen Kosmos können viele Fragen aufploppen, denen wir täglich neu nachgehen. Blitzschnell müssen wir uns an die neue Situation anpassen. Wie kann was funktionieren? Wie kann ich Dinge konkret umsetzen? Was ist jetzt zu tun?
Ich musste mich in E-Learning einarbeiten. Ich habe mich gefragt, ob ich die Social Media Kanäle jetzt mehr bespiele. Was kann ich in meinem Umfeld beitragen? Wie kann Home-Schooling und Home-Office gelingen? Dürfen meine Jugendlichen ausschlafen? Wie lange reicht unser Geld? Bei welchen Stellen kann ich Zuschüsse beantragen? Was darf ich jetzt überhaupt noch? Zum Teil findet man sich in einem Kleinkrieg des Alltäglichen wieder.

Und auch unser Seelenleben kann bei all den Irrungen und Wirrungen mächtig aus dem Gleichgewicht geraten. Wir verstehen uns selbst nicht mehr. Wir merken, dass wir uns anders fühlen. Aber was ist anders? Was geht gerade in mir vor? Welche inneren Stimmen melden sich zu Wort? Hör in Dich hinein und höre Dir selbst zu!

Sicher hast Du zu diesem Zeitpunkt schon vieles für Dich geklärt. Nimm einmal bewusst wahr, was Du bereits (mehr) verstanden hast. Das ist bestimmt schon eine ganze Menge. Es sind oft viele kleine Dinge, die summiert ein großes Ganzes ergeben. Sei stolz auf Dich!

Indem du DEINEN drängendsten Fragen nachgehst, erhöhst du DEINE Verstehbarkeit.

Es bleibt ein Prozess. Und: Man muss nicht allen Fragen nachgehen. Du entscheidest, welche Deiner Fragen Priorität haben. Weniger ist mehr. Eine Liste mit einer Gewichtung kann helfen, Gespräche mit Freunden und der Familie oder eine der zahlreichen Reflexionsangebote, die gerade aus dem Boden schießen.

Je mehr Klarheit Du für Dich gewinnst, desto mehr Sicherheit wirst Du wieder spüren. Aufpassen sollte man allerdings vor nicht enden wollenden Grübelschleifen. Oder zuviel wissen zu wollen, wofür es jetzt noch keine Antworten gibt. Manche Fragen lassen sich nicht voll und ganz klären. Da hilft die Akzeptanz, dass es gerade so ist, wie es ist. Manchmal müssen wir auch loslassen können. Um Akzeptanz zu entwickeln hilft Achtsamkeit. Nicht nur, weil ich damit trainiere im Gegenwärtigen Augenblick zu sein, sondern auch, weil ich damit lerne meinen selbst gewählten Fokus zu halten. Ein weiteres Plus: Wir können unsere Emotionen sehr viel besser regulieren. Das wäre schon eine Idee zur Bewältigbarkeit, genauso wie die Reduzierung von Informationen, die ich weiter oben angesprochen hatte. Dies zeigt, wie gut sich die Zutaten des Kohärenzsinns zusammen mischen lassen, um ein kraftvolles Ganzes entstehen zu lassen.

Ich hoffe, dein Verstand hat genug Futter bekommen.

Kommen wir zur Sinnhaftigkeit

Wir sind es, die den Geschehnissen einen Sinn verleihen. Was hat Corona für einen 

Sinn für uns? Wohin wird uns der Virus in der Gesellschaft, in der Politik und in unserem Mikrokosmos führen?
Eine Krise ist immer eine Chance, weil etwas in Gang gesetzt wird. Wir kommen aus Routinen und Festgefahrenem heraus. Dadurch wagen wir Neues, wir experimentieren und werden kreativer. Viele schauen den Regierungen bewundernd zu, wie sie plötzlich menschliche Interessen vor denen der Wirtschaft stellen. Es ist also doch möglich und muss nicht zwangsläufig immer den gleichen Gesetzen folgen. Viele Menschen haben jetzt Zeit, sich Fragen nach ihrem persönlichen Sinn im Leben zu stellen. Ohne die ständigen Ablenkungen ist man zurückgeworfen auf sich selbst. Das kann schön und bereichernd sein. Aber auch schmerzhaft, weil man plötzlich entdeckt, was einem gerade keinen Halt im Leben gibt.

Ich habe in den letzten Tagen Beispiele für sinnhafte Antworten auf die Corona Krise gesammelt:

  • Ich habe mehr Zeit mit den Kindern.
  • Das ist gut für die Umwelt. Endlich kann sie sich erholen.
  • Wir sind endlich mal wieder herausgefordert.
  • Ich kann beitragen, indem ich meine Hilfe anbiete und anderen etwas Gutes tue.
  • Die Gesellschaft wird kooperativer und solidarischer.
  • Ich kann endlich einen sinnvollen Beitrag leisten. Ich werde gebraucht.
  • Ich spüre deutlicher, von welchen meiner Stärken andere profitieren können.
  • Ich werde mir bewusster darüber, was mir wirklich wichtig im Leben ist.
  • Ich fühle mich freier und bin mutig Neues auszuprobieren.
  • Die Welt wird eine bessere.
  • Wenn nicht jetzt, wann dann?
  • Ich kann endlich mal zur Ruhe kommen.
  • Entschleunigung ist für die ganze Gesellschaft gut.
  • Ich vertraue dem Leben.
  • Endlich habe ich Ruhe vor meinen Kollegen.
  • Ich kann meinem Biorhythmus besser folgen.
Welchen Gedanken kannst Du etwas abgewinnen?

Es sollte ein Gedanke sein, der Dich etwas Neues fühlen lässt, der einen qualitativen Unterschied macht. Etwas Sinnhaftes können wir in uns als körperliche Reaktion oder als Resonanz spüren.

Was glaubst Du, wofür die Krise gerade gut ist? Welchen Sinn kannst Du für Dich (neu) entdecken? Gibt es etwas, mit dem Du schon länger haderst? Jetzt ist eine gute Zeit um deinem Leben einen neuen Anstrich zu geben!

Wir erleben u.a. Sinn, wenn wir

  • uns mit anderen lieben Menschen verbunden fühlen.
  • für andere da sein können und wir gebraucht werden.
  • unsere Kernkompetenzen und Stärken einbringen können.
  • unsere Sinne aktiviert sind.
  • etwas tun, was uns erfüllt und uns guttut.

Und das können wir uns auch in der Krise bewahren. Manche haben jetzt sogar mehr Zeit und Muße dafür. Eine Bekannte von mir findet Corona richtig toll. Endlich kann sie anderen Menschen eine Freude machen. Sie blüht förmlich auf, ist ganz und gar in ihrem Element. Andere malen, machen wieder oder mehr Sport, pflegen ihre Freundschaften intensiver, andere misten gründlich aus.

Es gibt viele Wege zum Sinn. Ein Weg kann reichen.

Und damit sind wir schon auf dem direkten Weg zur Handhabbarkeit

Bei der Handhabbarkeit stellen wir uns die Frage danach, wie es uns gelingen kann eine Verbesserung, Bewältigung oder Lösung der Situation herzustellen.

Was kann ich konkret machen, um mich besser zu fühlen? Was brauche ich, bzw. kann ich tun, um einen Schritt weiter zu kommen? Was oder wer kann mich wie unterstützen?

Aus der Stressforschung wissen wir, dass das Ausmaß der Reaktion auf einen Stressor unter anderem davon abhängt, wie ich meine Bewältigungskompetenzen dazu bewerte. Wenn ich weiß, wie ich eine Situation händeln kann, erlebe ich weniger Stress auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene. Das Gute ist: Es gibt viele Dinge, die wir tun können, um uns besser zu fühlen.

Mir hat es enorm geholfen nicht mehr täglich die Nachrichten zu verfolgen. Ich habe wieder mit Meditation angefangen und übe regelmäßiger als sonst QiGong. Ich habe aus zwei Menschen im Home Office einen gemacht. Mehr dazu kannst Du in meinem Instagram Beitrag nachlesen. Ich habe von einigen Angeboten profitiert, die ich sonst nicht besucht hätte, wie das erste Mal Lach-Yoga zu machen oder bei meiner Freundin aus der Schweiz Yogastunden mitmachen zu können. Herrlich!! (An dem Punkt mischt sich auch das Sinnhafte mit ein).

Entdecke was Dir guttut!

Schaue darauf, was Du zeitnah oder sofort anders machen kannst. Frage Dich, was Dich genau stört oder anstrengt. Was ist Dein Bedürfnis? Was wäre gut für Dich? Wie würdest Du es Dir wünschen? Was soll anders sein? Und was kannst Du dafür konkret tun?

Es bietet sich an, dass Du Dir Lösungen überlegst, die Du selbst umsetzen kannst. Darauf hast Du den meisten Einfluss und kannst sofort anfangen. Frage Dich bei allen Ideen, ob Du sie auch wirklich umsetzen möchtest. Ist es dir wirklich wert dort Energie einzubringen? Oft haben wir Ideen, was sich anbietet, was wir tun könnten, ohne nochmal gegen zu checken, ob wir das auch wirklich wollen.

Welche Ressourcen stehen Dir zur Verfügung?

Mache Dir bewusst, welche Ressourcen Dir zur Verfügung stehen. Ich habe eine Coaching-Praxis, in die ich und mein Mann ausweichen können, ich bin mental und körperlich gesund (grundsätzlich), meine Kinder sind selbstständig, mein Mann kann kochen, ich habe liebe Freunde und Kollegen, ich finde unsere Regierung mit allen Beteiligten machen einen super Job. Ich empfinde viel stolz in diesen Tagen für unser Land und bin sehr dankbar hier zu leben. Ich habe einen Hund mit dem ich regelmäßig an die Luft komme. Freude an meiner Arbeit. Ich merke gerade wie gut es tut, alles aufzuschreiben, was mich aufbaut, was mich unterstützt und mir guttut.

Das erhöht die Dankbarkeit und den Optimismus, was wiederum dazu führt, dass wir uns nicht nur besser fühlen, sondern auch aktiver in die Bewältigung von Herausforderungen gehen, vernetzter und kreativer Denken, mehr Möglichkeiten und Lösungen entdecken.
Was sind Deine Ressourcen? Welche kannst Du wieder mehr anzapfen und aktivieren?
Wenn Dir keine Ressourcen einfallen, frage Dich, was Du tun könntest, um die Situation noch mehr eskalieren zu lassen. Was könntest Du tun, damit es Dir schlechter geht? Was müsste dafür passieren? Auch auf diesem Weg findet man, was man bereits hat.

Zuletzt sei angemerkt, dass wir eine Situation auf unterschiedlichen Ebenen bewältigen können: indem wir unsere Gedanken, unser Verhalten und unsere Gefühle positiv beeinflussen. Wenn Du mehr Sinn siehst, wirst Du Dich z.B. besser fühlen. Wenn Du Dich besser fühlst, wird es Dir leichter gelingen in Deinem Verhalten etwas zu verändern. Wahrscheinlich machst Du es dann automatisch. Die Wechselbezüge lassen unendlich fortführen. Wir können das Rad unseres Wohlbefindens in eine positive oder negative Richtung drehen.

Soweit zu den drei Kohärenz-Zutaten. Ich hatte schon erwähnt, dass sie miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.

Jetzt zu Dir. Wo stehst Du jetzt auf den drei Skalen? In meinem Beispiel könntest Du Dich fragen, was Dich konkret auf eine 6 gebracht hat. Ich hoffe, Du konntest konkrete Ideen für Dich mitnehmen, um Deine Widerstandsressourcen (wie Antonovsky es nannte) auszubauen. Wenn Du mir davon berichten magst, freu ich mich über Post von Dir!

Unser Kohärenzgefühl ist nicht von einem unbeeinflussbaren Schicksal abhängig. Wir können selbst viel tun, um Verbundenheit und Anbindung im Innen wie im Außen herzustellen. Sei in diesem Anpassungsprozess fürsorglich mit Dir selbst! Wir brauchen Zeit, um uns neu zu sortieren. Es fühlt sich erst unruhig an, bis wir wieder stabiler werden und in ein neues Gleichgewicht zurückfinden. Nimm Dir die Zeit, die Du jetzt gerade brauchst!

Alles Gute,
Eure

P.S.: Wenn Du mehr zum Thema Gesundheit und Resilienz erfahren möchtest: Mit meiner Kollegin Dr. Tatjana Reichhart vom kitchen2soul nehme ich in der zweiten Aprilwoche kleine Videos auf. Wenn Du meinen Newsletter abonnierst, erfährst Du zeitnah davon. Oder Du vernetzt Dich mit mir per Instagram oder Facebook. Dort werde ich in den nächsten Tagen eine kleine Reihe über das Thema Angst posten.

 

Weiterbildung zum Resilienzcoach

Warum überstehen manche Menschen Katastrophen und persönliche Schicksalsschläge besser als andere? Wie kommt es, dass ein Teil der Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen ein erfülltes Leben führen, während andere psychisch erkranken? Seit den 50er-Jahren geht die Resilienzforschung diesen Fragen nach. Der englische Begriff „resilience“ steht in der Materialkunde für die Fähigkeit von Materialien, aus einer starken Verformung heraus wieder in ihre Ausgangsform zurückzugelangen. Übertragen auf die Psychologie bezeichnet Resilienz unsere psychische Widerstandsfähigkeit, durch die wir Herausforderungen und Krisen meistern. Mit jeder bewältigten Herausforderung steigt unsere Resilienz. Wie gut wir Krisen begegnen, wird dabei nur zu einem Teil durch genetische Faktoren und Umfeldbedingungen vorgegeben. Denn Studien belegen, dass Strategien und Fähigkeiten, welche resiliente Personen auszeichnen, erlernbar sind. Gerade in psychosozialen Arbeitsfeldern sind Fachkräfte durch den Spagat zwischen steigenden Anforderungen und dem Wunsch, Klienten*innen bestmöglich zu helfen, stark herausgefordert. Hilfesuchenden mangelt es oft an förderlichen Strategien und Einstellungen, um den Anforderungen ihres Lebens in körperlicher und geistiger Hinsicht gewachsen zu sein. Aber auch bei den Helfer*innen kann es durch Überbelastung im beruflichen Alltag zu Erschöpfung und Krisen kommen. Für sie ist eine gute Resilienz ebenfalls wichtig, um die Stressbelastung im Beruf wirkungsvoll und dauerhaft zu senken.

Im ersten Teil der Weiterbildung zum Resilienzcoach erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Stress- und Resilienzforschung. Abgeleitet aus der Stresstheorie lernen die Teilnehmenden Ansatzpunkte zur Stressbewältigung und die Warnsignale für Stress zur diagnostischen Einschätzung kennen. Mit den sieben Resilienzfaktoren – Emotionssteuerung, Optimismus/Hoffnung, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung, Sinn-/Werteorientierung, Selbstmanagement, Zukunfts-/Lösungsorientierung – werden Aspekte vorgestellt, welche sich positiv und präventiv auf die psychische Widerstandsfähigkeit auswirken. Abschließend wird auch ein kritischer Blick auf das Resilienzkonzept geworfen und angesprochen, welche negativen Auswirkungen sich zeigen können.

Im zweiten Teil der Weiterbildung zum Resilienzcoach erstellen die Teilnehmenden ein eigenes Resilienzprofil. Wo liegen die eigenen Stärken und Potenziale? In welchen Bereichen besteht Handlungsbedarf? Ausgehend von der Selbsterfahrung wird in einem weiteren Schritt geübt, wie sich Resilienzprofile mit Kunden*innen erstellen lassen und was bei einzelnen Zielgruppen in der Beratung von jungen Menschen und Erwachsenen zu beachten ist.

Im dritten Teil der Weiterbildung zum Resilienzcoach werden anhand der resilienzsteigernden Faktoren Techniken und Methoden vorgestellt und eingeübt, die für eine resiliente Lebensführung entscheidend sind und zu mehr Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und Gesundheit führen. Zu den sieben Resilienzfaktoren werden konkrete Methoden sowie Übungen vorgestellt. Zudem lernen die Teilnehmenden Methoden bspw. aus der positiven Psychologie und Strategien für die Krisenintervention kennen.

Im letzten Teil der Weiterbildung zum Resilienzcoach ist Zeit zur Erarbeitung eines persönlichen Maßnahmekatalogs: Wie kann ich in meinem Arbeitsalltag die erlernten Methoden einbauen? Wie und wo kann ich mit Kunden*innen und Patienten*innen arbeiten und ihnen zu einer resilienten Lebensführung verhelfen?

Weitere Informationen und Anmeldung unter https://www.institut-bildung-coaching.de/weiterbildung-beratung-coaching/weiterbildung-zum-resilienzcoach.html