#10minBlog: Mensch ärgere dich nicht!

#10minBlog: Mensch ärgere dich nicht!

Auf dem Weg zum Yoga bin ich heute an der Stadtbibliothek vorbeigekommen. Ich habe mich gefragt, warum ich die längst überfälligen und abgemahnten Bücher gestern extra dort vorbeigebracht habe, wenn ich das heute hätte praktisch verbinden können. Im gleichen Atemzug ist mir bewusstgeworden, wie viel Geld ich der Stadtbibliothek schon eingebracht habe. Und als ich meine Gedankengänge gerade auf alle Unzulänglichkeiten in den letzten Wochen richten wollte, wie z.B. auf eine beträchtliche Geldstrafe wegen unzureichendem Abstand auf der Autobahn des Bundeslandes Hessen, habe ich mir ein großes Stoppschild und förderlichere Gedanken verordnet, um dem Teufelskreislauf von verpassten Gelegenheiten und Fehlern, die ich hätte vermeiden können, zu entkommen.

Das sind Denkmuster in denen ich früher eine wahre Meisterschaft errungen hatte. Das konnte ich richtig gut. Ich habe sie mit Leidenschaft gepflegt. Warum weiß ich nicht so genau. Ich glaube meine Eltern waren darin auch gute Mitstreiter im Wettbewerb um hätte, könnte, wäre…Vielleicht liegt es auch in meiner Natur. Ich kann mich erinnern, dass ich mich einmal beim Spiel „Mensch ärger dich nicht“ so sehr geärgert habe, dass ich meiner Mutter und meinem älteren Bruder das komplette Spielfeld um die Ohren gehauen habe. Gut, da war ich noch ziemlich klein und meine Fähigkeiten meine Gefühle zu regulieren noch nicht besonders ausgereift.

Schön ist, dass mir heute mein Fortschritt bewusste geworden ist. Ich habe gemerkt, wie schnell es mir mittlerweile gelingt umzuschalten. Dann war ich beim Yoga. Unsere Lehrerin erzählt uns von einer Sutra, die übersetzt bedeutet: Anhaltende Aufmerksamkeit auf unterbewusst ablaufende Bewegungen lenken. Wenn mir bewusst wird, wie mein Körper sich z.B. in Schonhaltungen begibt, die mir auf Dauer nicht guttun, kann ich mein unterbewusst ablaufendes Bewegungsschema verändern. Dazu muss ich spüren können, welche Hebel im Körper ich neu aktivieren kann, um in eine gesündere Haltung zu kommen. Ich werde in meinen Seminaren immer wieder gefragt, wie man es schafft zu akzeptieren, was ist und loszulassen. Es ist wie im Yoga: bewusst werden, neu bewerten/umwandeln und üben. Nicht zu vergessen: Dabei fürsorglich mit sich umzugehen und nicht alles gleich auf einmal können zu wollen. Was meine Hebel sind? Ich denke mir in solchen Situationen z.B.: „Das passiert einfach mal“, „Pech gehabt“, „Eine gute Gelegenheit die Bücherei zu unterstützen“ etc. und ich denke nicht darüber nach, was ich mit dem Geld anderes Gute hätte anfangen können. Abhaken und fertig!

So wie diesen Beitrag, denn die 10 Minuten sind schon rum.